Wie Sie korrekt mahnen um an Ihr Geld zu kommen

27.11.2017

Wenn der Kunde nicht zahlt

 

Jeder Geschäftsmann kennt die Situation: man hat für einen Kunden einen Auftrag wie vereinbart und rechtzeitig ausgeführt, hat zeitnah die Rechnung gestellt, aber der Zahlungseingang auf dem Bankkonto glänzt durch Abwesenheit. Das ist deshalb so ärgerlich, weil man in dieser Situation hin- und hergerissen ist: einerseits möchte man den Kunden damit nicht belästigen oder verprellen, andererseits hätte man gerne sein wohlverdientes Honorar.

 

Was tun? Am besten geht man folgendermaßen vor:

 

1. Erinnerung im Gespräch

Einfach miteinander reden wirkt oft Wunder. Wenn Sie also das nächste Mal mit Ihrem Kunden sprechen, fragen Sie ihn beiläufig, ob er Ihre Rechnung erhalten habe. Könnte ja auch verlorengegangen sein. Oft kann man schon an der Reaktion des Kunden erkennen, ob es sich um ein Versehen handelt oder der Kunde nach Ausreden sucht. Als nächstes fragen Sie ihn, wann Sie mit dem Zahlungseingang rechnen können. Und bei positiver Auskunft ist das Problem in den meisten Fällen schon aus der Welt.

 

2. Schriftliche Zahlungserinnerung

Bitte recht freundlich: wenn Sie nach Ablauf Ihres Zahlungsziels den Kunden an das Begleichen Ihrer Rechnung mit einem Brief oder einer E-Mail erinnern, schreiben Sie nett und freundlich. Sätze wie „Sicher sind Sie gerade sehr beschäftigt …“ oder „Vielleicht haben Sie einfach übersehen …“. Aber auch eine freundliche Zahlungserinnerung gilt rechtlich bereits als Mahnung.

Apropos Zahlungsziel: gerade große Unternehmen geben Ihren Lieferanten Zahlungsziele vor – und das bis zu 12 Wochen und mehr. Inwieweit Sie solche Ziele akzeptieren wollen, müssen Sie selbst entscheiden.

 

3. Die Mahnung

Wenn auch die Zahlungserinnerung keinen Zahlungseingang auf Ihrem Konto gebracht hat, beginnen Sie den Kunden zu mahnen. Rechnungsprogramme wie Comarch ERP XT unterstützen Sie dabei. Drei Mahnstufen sind üblich aber nirgendwo vorgeschrieben. Es liegt ganz bei Ihnen, wie viele Mahnungen Sie an Ihren Kunden schicken. Bereits bei der Zahlungserinnerung ist der Kunde in Verzug, d.h. Sie können schon mit der ersten Mahnung Verzugszinsen in Rechnung stellen. Diese liegen bei 9 Prozent für Geschäftskunden und 5 Prozent bei Privatkunden über dem Basiszinssatz von derzeit -0,88 Prozent (Stand: Oktober 2017, Quelle: Deutsche Bundesbank).

 

Darüber hinaus können Sie auch eine Mahngebühr erheben, die ist aber nicht der Rede wert. 2,50 Euro werden pro Mahnung im Allgemeinen als angemessen betrachtet.

 

4. Gerichtliches Mahnverfahren

Fruchtet auch die letzte Mahnung nicht, müssen Sie amtlich werden und ein Mahnverfahren einleiten. Dies können Sie selbst auch ohne einen Anwalt tun. Die Besonderheit des Mahnverfahrens ist, dass vom Gericht nicht geprüft wird, ob Ihre Forderung berechtigt ist.

 

Auf Ihren Antrag hin erlässt das Zentrale Mahngericht einen Mahnbescheid, der dem Antragsgegner von Amts wegen zugestellt wird. Legt der Antragsgegner innerhalb der zweiwöchigen Widerspruchsfrist keinen Widerspruch gegen den Mahnbescheid ein, können Sie beim Zentralen Mahngericht einen Antrag auf Erlass des Vollstreckungsbescheids stellen.

 

Achtung: Ist Ihnen die genaue Anschrift des Schuldners nicht mit Sicherheit bekannt, dann niemals einen Mahnbescheid beantragen! Denn wenn der Mahnbescheid nicht zugestellt werden kann, bleibt er wirkungslos. Anders als bei der Erhebung einer Klage gibt es die sog. öffentliche Zustellung im Mahnverfahren nicht.

 

Legt Ihr Antragsgegner Widerspruch gegen den Vollstreckungsbescheid ein, wird das Verfahren an das für den Rechtsstreit zuständige Prozessgericht abgegeben, wenn Sie oder der Antragsgegner die Durchführung des streitigen Verfahrens beantragen. Über den Anspruch wird dann im Wege eines Zivilprozesses entschieden. Und spätestens jetzt brauchen Sie einen Anwalt.

Merke: Ein Kunde, der nicht zahlt, ist kein Kunde.

Comarch ERP XT

Comarch ERP XT


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Comarch ist ein weltweiter Anbieter von IT-Lösungen (ERP, CRM & Marketing, BI, EDI, ECM, ICT, Financials, Cloud-Lösungen u.v.a.) für den Mittelstand, größere Unternehmen, kleine Betriebe, Banken & Versicherungen, Telekommunikation sowie Healthcare. Über 5.400 Mitarbeiter sind rund um den Globus in zahlreichen Ländern im Einsatz. Dank hoher Investitionen in Forschung und Entwicklung bietet Comarch ein umfassendes Spektrum innovativer IT-Lösungen, welche bei Kunden und Analysten einen hohen Stellenwert genießen. Weitere Informationen unter: www.comarch.de

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